Die Muota

Geschichte

Die Muota entspringt am Nordfuss der Schächentaler Windgällengruppe im Kanton Schwyz. Sie durchfliesst das Muotatal und den Talkessel von Schwyz, bevor sie bei Brunnen in den Vierwaldstättersee mündet. Die Muota hat wiederholt ihre Umgebung verwüstet, zuletzt im Jahr 1910.

Abbildung 1: Staatsarchiv Kanton Schwyz: Hochwasser in Brunnen, im Juni 1910. Darin: bei der Turbinenbrücke der Firma Hürlimann, Zementfabrik.

Als Reaktion darauf wurden schon früher, im Spätmittelalter, Wälder und Ufergehölze geschützt. Ab dem 15. Jahrhundert kümmerten sich sogenannte Wehrigenossenschaften um den Hochwasserschutz entlang der Muota und später auch entlang ihrer Zuflüsse. Früher wurde Holz auf der Muota nach Ibach geflösst, während heutzutage das Wasser für die Stromerzeugung genutzt wird. Das erste Kraftwerk wurde bereits 1897 erbaut; in den späten 1950er und den 60er Jahren entstanden die heutigen sechs Kraftwerkstufen und Zentralen des Elektrizitätswerks des Bezirkes Schwyz (EBS).

Erdgeschichtliche Entstehung

Präglaziale Phase: Vor etwa 2-3 Millionen Jahren während des Pliozäns und des Pleistozäns gab es in den Alpen eine Vielzahl von Gletschern. In dieser Zeit wurden die Täler durch Flüsse, die durch Schmelzwasser dieser Gletscher gespeist wurden, geformt.

Gletscherzeit (Eiszeit): Während der letzten Eiszeit, die vor etwa 2,6 Millionen Jahren begann und vor etwa 11.700 Jahren endete, bedeckten riesige Gletscher weite Teile der Alpen, einschliesslich des Gebiets, durch das die Muota heute fliesst. Während dieser Zeit erodierten die Gletscher das Gestein, formten das Tal und trugen zur Entstehung des Flussbettes bei.

Nachglaziale Phase: Als die Gletscher schmolzen, hinterliessen sie enorme Mengen an Schutt und Geröll, die sie während ihrer Bewegung abgelagert hatten. Diese Sedimente bildeten Moränen, die das Flusstal beeinflussten und die Landschaft formten. Die Schmelzwässer der Gletscher flossen in die entstandenen Flusstäler und begannen, die heutigen Flussläufe zu formen, einschliesslich der Muota.

Laut O. Frey (1907) glaubte man früher, dass der Fluss Muota einmal in den Zugersee floss. Frey widerlegt jedoch, dass es eine tiefe Schlucht durch die Molassbänke von Oberarth gab. Die Breite des Tales Seewen-Arth lässt darauf schliessen, dass es nicht von kleinen Bächen wie der Steiner Aa oder Rigi Aa geformt wurde. Die Muota ist der einzige Fluss, der während der Eiszeit durch dieses Tal floss und die Nagelfluhbänke zwischen Goldau und Oberarth durch eine tiefe Schlucht geschnitten hat.

Ein Bergsturz in Oberarth hat diese Schlucht verschüttet, so dass die Muota einen neuen Weg suchen musste und den Lauerzersee bildete. Die großen Mengen an Schutt von den Wildbächen der Haggenegg haben im Laufe der Zeit dazu beigetragen, den Seespiegel zu erhöhen und den Lauerzersee auszudehnen. Später wurde der Lauerzersee durch Bergsturzmassen von Goldau und das Delta der Steiner Aa wieder eingeengt, was seine Form in den 1960er Jahren beeinflusste.

J. Kopp erforschte im Jahr 1960, wie der alte Verlauf der Muota zwischen dem Lauerzersee und dem Zugersee war. In der Nähe von Oberarth liegt eine Rinne, die mit Bergsturzschutt gefüllt ist und wahrscheinlich den alten Verlauf der Muota darstellt. Eine Kartenzeichnung gibt Auskunft über den vermuteten Verlauf der Muotarinne bis nach Seewen von Joseph Kopp (vgl. Abbildung 2). (J. Kopp (1961): Alte Flussläufe der Muota und Steiner Aa zwischen Rigi und Rossberg. Eclogae geol. Helv. 1960. Band 53. Nr 2, S. 517-519. Basel). Ob die Muota je einmal während einer Interglazialzeit über Seewen—Goldau durch die Zugersee-Talung abfloss, lässt sich jedoch nicht sicher entscheiden.

Abbildung 2: Alte Flussläufe der Muota und Steiner (Kopp, 1959)

Mittelalterliche Geschichte

Die Muota hat mit ihrer Wasserkraft nicht erst in diesem Jahrhundert, wie die Überschwemmungen von 1910, 1939 oder 1977/78 zeigen, eine Gefahr für die Bevölkerung im Muotatal und im Talkessel von Schwyz dargestellt. Schon im Mittelalter erkannten die Bewohner von Schwyz die Gefahren durch Wasser und Erdrutsche entlang der Muota und erliessten Schutzmassnahmen. Bereits im Jahre 1339 wurde ein Holzschlagverbot für die gefährdeten Gebiete entlang der Muota verhängt, um das «holltz inrett den Eggen und under den flün zu Mutochtall» zu schützen. Diese Schutzbestimmungen wurden 1342 erweitert, was zu rigorosen Massnahmen zum Schutz des Allmendlandes an den Hängen und entlang der Muota führte.

Ein Dokument aus dem Jahr 1494, das als Werysteuer-Rodel bekannt ist, gibt Einblick in die Unterhaltungsarbeiten an einem Abschnitt der Muota um den Landsgemeindeplatz in Hinteribach. Dieses Dokument, das heute im Staatsarchiv Schwyz aufbewahrt wird, zeigt die lange Tradition der Bachpflege durch eine Wuhrbeauftragte und die Wuhrpflicht der Eigentümer von Privatliegenschaften im Felderboden, die an der Bewahrung des Allmeindlandes entlang der Muota, der «gemeinen wery», beteiligt waren.

Trotz der Bemühungen um einen effektiven Schutz der Güter im Felderboden «nid dem wasser», wie sie im Werysteuer-Rodel dokumentiert sind, war die Muota nicht immer zu kontrollieren. Sie stellte die Wuhrgenossenschaft wiederholt vor grosse Herausforderungen, und einige Wuhrpflichtige vernachlässigten offenbar die Bezahlung ihres Anteils an den Instandhaltungskosten, wie ein Brief aus dem Jahr 1523 zeigt.

Chronologie

Ab 15. Jahrhundert

Wehrigenossenschaften verantwortlich für Hochwasserschutz

1584

Hochwasserereignis

1629

Allgemeine Überschwemmung; Zerstörung von Häusern und Brücken

1639

Hochwasserereignis

1640

mehrere Überflutungen im Muotathal

1651

Wasserstand der Muota erreicht höchsten Anstieg seit Aufzeichnungen

1730

Überschwemmungen im Muotathal

1730–1785

Muota im Muotathal und in Ibach: Neubau und Unterhalt der Wuhren (Wehre) und Wege sowie Behebung von Hochwasserschäden

1761

Erneute Hochwasserereignis und Schaden an Bauten, Wehriwald

1764

Verheerungen durch Hochwasser, Zerstörung von Schutzbauten

1831

Hochwasser; Wegspühlung von 800 Trämmel und Zerstörung von Landstrassen und Bücken

ca. 1831

Wirtschaftliche Entwicklung

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war die Muota-Region von neuen wirtschaftlichen Entwicklungen betroffen, wie z.B. dem Bau von Fabriken oder der Nutzung von Wasserkraft. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird die Muota zur Produktion erneuerbarer Energie durch die ebs Energie AG genutzt.

1910

Korrektion der Muota und Verbauung der Strazlen; Brückenbau, Geschiebebewirtschaftung, Kanalisierung der Muota

15. Juni 1910

Hochwasserereignis mit gravierenden Auswirkungen; Zerstörung von Häusern, Brücken, Dammbruch und Strassen > ganze Ortschaften überflutet in Muotatal, Ibach und Brunnen

1910–1940

Muota Kiesabbau

Mai 1912

Ausserordentliches Hochwasser

Ab 1912

Tiefbau: Muota Brücke in Ibach

1920

Muota-Korrektion im grünen Wald (Grünenwald), Franzosenschanze

1922

Bachverbauung in der Balm, Muotathal

1912–1934

Diverser Bau von Brücken entlang der Muota

1914–1926

Muota-Korrektion

1932

Ergänzungsprojekt «Muota-Korrektion», Verbauung der Muota und der Starzlen

1932

Muota-Korrektion: Ergänzungsprojekt 1932 mit Verlegung des Rambachs

1939

Hochwasser an der Muota

18.09.1939
1933–1952

Bachverbauung der Muota: Stauwehr beim Langensteg

1932–1948

Kraftwerken am Oberlauf der Muota (Sahlialp, Sahli, Glattalp, Mettlen, Bisisthal) sind bereits bestehend

1890
1941

Muota Korrektion: Projekt Mündung Gondelhafenanlage in Brunnen

1944/1945

Muota Korrektion; Ergänzung Unteribach, Ergänzung Neumalt

1945/1946

Muotakorrektion Seligsbrücke

1953

Ausbau der Muota-Wasserkraftwerke > Nutzungsrecht zwischen Sahliboden im Bisisthal und Balm im Muotathal

1953–1958

Muota Kraftwerke auf Glattalp und Neu-Wernisberg

1954–1955

Wasserkraftwerkanlage Muota-Reuss

1956–1957

Muota-Brücke im Sahli (Die Region Sahli/Sali liegt im Einzugsgebiet des ebs-Kraftwerks Bisisthal bzw. des Ausgleichsbeckens)

1962

Projektierung Muota Brücke, Teilstrecke: Steinen, Schwyz-Seewen, Brunnen

1964

Verbauung Steiner Aa und Muota

1977

Hochwasserereignis: 315 m3/s Geschätzte Wiederkehrgrösser 41 Jahre

1978

Hochwasserereignis: 282 m3/s Geschätzte Wiederkehrgrösser 22 Jahre

1980

Sanierung der Gizenenbrücke über die Muota

1989

Bau der Eisenbahnbrücke (Kastenbrücke über die Muota im Wintersried)

1999

Hochwasser: 277 m3/s Geschätzte Wiederkehrgrösser 20 Jahre

2005

Hochwasser, die maximale Abflussrate betrug 433 Kubik pro Sekunde. Als Massnahme wurden die Dämme der Muota an den kritischen Orten erhöht, um die Sicherheit zu verbessern.

2011

Hochwasserpegel der Muota erreicht kritische Grenze.

Ab 2014

Fortlaufend Sanierungs-, Revitalisierungs- und Hochwasserschutzprojekte entlang der Muota

2020–2022

Sanierung Böschung Muota, Hochwasserschutz und Revitalisierung Muotamündung

Heute (2024)

Diverse Revitaliserungs- und Hochwasserschutzprojekte antlang der Muota zB. Muotarevitalisierung Oberlauf

Die vielfältigen Projekte rund um die Muota

projekt test ohne neuigkeit

Nutzen des Projekts Projektpartner Projektpartner…

 

projekt test mit neuigkeit

Nutzen des Projekts Projektpartner Projektpartner…

 

Revitalisierung Muota, Abschnitt Kraftwerk Brunnen

Im Rahmen der ökologischen Ersatzmassnahmen…

 

Erneuerung der Muota-Konzession

Die ebs Energie AG ist…

Revitalisierung Leewasser – Ingenbohl

Mit InStream-Massnahmen wurde die Sohle…

Gesamtkonzept Muotamündung

Der Bezirk Schwyz, die Gemeinde…