Die Muota ist, nebst dem Leewasser, ein wichtiges Laichgewässer der Seeforelle im Vierwaldstättersee. Die Seeforellen kommen in allen grösseren Seen des Schweizer Mittellandes, der Voralpen, des Jurasüdfusses und des Tessins vor. Diese Art gehört zu den Lachsartigen und erreicht eine Länge von 40 bis 90 cm und kann bis zu 15 Kilogramm wiegen. Ihr Lebenszyklus ähnelt dem der Lachse.


Die Seeforellen laichen in Flüssen und Bächen, wandern im Jugendstadium in die Seen. Bei Geschlechtsreife, also ab dem 3. Lebensjahr wandern die Seeforellen in ihre Geburtsgewässer zurück und vermehren sich. Anders als ihre Verwandten aus dem Meer, sterben die Tiere nach dem Ablaichen nicht, sondern wandern zurück in die Seen.
Matthias Meyer
In der Muota wird der Zustand der Seeforellenpopulation sowie deren Entwicklung seit 1998 im Rahmen verschiedener Untersuchungen dokumentiert. Im Rahmen der Abklärungen zur Restwassersanierung der ebs-Muotakraftwerke wird die Seeforellenpopulation in der Muota seit 2016 mit der Unterstützung der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) intensiv untersucht. Das Monitoring zählt somit zu den längsten Untersuchungsreihen zu Seeforellen in der Schweiz. Dafür
wurden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt, um herauszufinden, wann die Hauptlaichzeit ist, wie viele adulte Laichtiere vorkommen, wo sich das Hauptlaichgebiet befindet und ob die natürliche Reproduktion in ihrem Lebensraum funktioniert.
Seit 2020 werden mit einer Unterwasserkamera beim ehemaligen Kraftwerk Brunnen jeweils von August / September bis Februar die zum Laichgebiet aufsteigenden Fische nachgewiesen. Die erfassten Seeforellen werden anhand ihres einmaligen Punktemusters individuengenau bestimmt. So kann auch nachgewiesen werden, wenn Fische mehr als einmal bei der Kamera vorbeischwimmen. Am Ende der Auswertungen werden zudem die Individuen mit den Untersuchungen aus den Vorjahren abgeglichen, um allenfalls Mehrfachlaicher, sogenannte «Multispawner», zu identifizieren.
Mit dieser Methode konnte nachgewiesen werden, dass der Bestand der Muota-Seeforelle höher ist als aufgrund der Ergebnisse der bis anhin durchgeführten Untersuchungen angenommen. Die erfasste Muota-Seeforellenpopulation bewegt sich in den Untersuchungsjahren 2020 bis 2024 in der Grössenordnung konstant zwischen 80 und 100 Laichtieren. Dieser Bestand soll auch in Zukunft stabil bleiben. Die ebs Energie AG saniert im Zusammenhang mit der Konzessionserneuerung der Muotakraftwerke ihre Anlagen. Dabei werden diverse ökologische Massnahmen getroffen, um Natur und Umwelt zu schützen. Ein Beispiel dafür ist die Revitalisierung der Muota beim stillstehenden Kraftwerk Brunnen: Über fast zwei Kilometer werden die natürlichen Funktionen der Muota wiederhergestellt – ein geeignetes Zuhause für unsere Muota-Seeforelle.